Dienstag, 19. Januar 2010

Schubladen, die die Welt bedeuten

So, ich möchte heute eine Art kleinen "Besinnungstext" niederschreiben.
Und zwar über Schubladen.

Nun, was meine ich damit genau?
Als "Schubladen" bezeichne ich grundlegend die weitläufigen "Kategorien", die wir kennen. Wir denken (oder wurden erzogen so zu denken!) oft in Schubladen, selbst wenn wir es nicht wollen.
Ich will hier einmal ein konkretes Beispiel nennen:
Eine typische Schublade ist beispielsweise der "Hopper". Dies ist quasi die Bezeichnung der Schublade von aussen. Öffnen wir sie doch einmal. In dieser (und jeder anderen) Schublade befinden sich stapelweise Blätter mit Infos --> die Klischees, Vorurteile und so weiter, die diese Schublade quasi ausmachen.
Als Hopper bezeichnet man allgemein hin ja Individuen, die mindestens zwei Konfektionsgrössen zu grosse Kleidung tragen, ein Cappie verkehrt rum auf dem Kopf sitzen haben, bei jeder Gelegenheit rumpöbeln, den IQ eines Stücks Toastbrot besitzen und sowieso nur Sido und Gangste... eh, Konsorten hören.
Schubladen verallgemeinern also, vorallem durch Äusserlichkeiten (siehe oben). Kommunikation ist für den "Ottonormalbürger" zu einer Herausforderung geworden, man will sein Gegenüber möglichst schon von weitem einschätzen können. Wahrscheinlich entstanden deshalb solche Schubladen.
Allerdings blockiert es eher die Kommunikation - unter bestimmten Schubladen jedenfalls. "Oh, der ist bestimmt Hopper, schnell weg hier!". Solche Vorurteile und verkrampfte Kommunikation erzeugen Vorurteile, Vorurteile erzeugen Angst und Misstrauen was dann in Aggression und Hass mündet. Und Hass mündet in Gewalt.
Mit Schubladen ist also niemandem geholfen. Wir müssen WEG von diesem banalen Denken. Wir müssen die Menschen als Individuen sehen - nicht als Gruppen!
Nur so ist ein kosntruktiver, respektvoller Umgang und Kommunikation miteinander möglich.

Woher kommen diese Schubladen?
Ganz eindeutig ist es nicht (mehr?) auszumachen. Sicherlich tragen die Massen-Verdummungs-Waffen (RTL und "BILD dich blöd") wesentlich dazu bei, in dem sie fröhlich die Klischees und Vorurteile gegenüber z.b Arbeitslosen, HartzIV-Empfängern, Hausfrauen, Jugendlichen, Christen, Moslems et cetera herumstreuen und in den Köpfen festigen.
Im sozialen Umfeld geschieht dies aber auch recht oft und gerne, wie ich es selber immer wieder merke. Hierbei sind es aber hauptsächlich Ethnien, die "verschubladisiert" werden. Asylanten, die "Jugos" (Ex-Jugoslawische), und allgemein ganz gerne mal das "Ostblockpack" (Albaner, Serben, Kroaten et cetera).
Ich habe da schon einige Menschen gefragt, die diese Ausdrücke (wie ich früher) sehr häufig und abschätzend benutzen.
Jeder, mit dem ich mich darüber unterhalten habe, rattert gleich damit los, dass die "Ausländer" sich doch eh nicht integrieren wollten, und ihr "Dreckspack von Kindern" unflätig und respektlos sei und so weiter.
Aufgrund einiger weniger negativen Erfahrungen, werden also alle Individuen, die den "negativen Erfahrungen" gleichen, in eine Schublade gesteckt. Bedenklich.
Wie weiter oben erwähnt, müssen wir genau von diesem Denken weg. Es schafft letztlich nur Rassismus und Hass.

Diese Schubladen mögen oberflächlich gesehen das Miteinander, die Kommunikation, vereinfachen. Das ist aber nicht richtig: Sie erschweren oder verhindern eine solche viel eher, weil man nicht mehr den Menschen sieht, sondern diese Schublade mit den darin abgelegten Klischees und Vorurteilen.
Wir müssen uns einfach bewusst werden, dass jeder von uns ein Individuum ist, ein einzigartiges Wesen dass es nur einmal auf dieser Welt gibt. Eigentlich ist es daher unmöglich, dass sich solche Schubladen ergeben - weil wir eben von Natur aus grundverschieden sind.
Doch durch die Gesellschaft werden wir in diese Schubladen gesteckt, kategorisiert und abgestempelt, und da es ja eh jeder macht, kann mans ja auch gleich machen, es wird einem ja quasi anerzogen. Und immer wieder bestätigt.

Ich sage nicht, dass wir uns alle die Hände fassen sollen und "Kumba ya my lord" gröhlen sollen. Aber wir müssen (wieder) lernen, einander zu akzeptieren und respektieren.
Sympathie und Antipathie wird es immer geben. Aber Hass, das ist unnötig. Und eine Einteilung in Schubladen sowieso. Wir kennen diesen Menschen, den wir da so "vom Sehen her" beurteilen ja gar nicht, wie können wir uns da ein solch vernichtendes Urteil schon nach zwei Sekunden erlauben?

Also:
Bringt euren Mitmenschen gegenüber Respekt an, seid freundlich. So wie man in den Wald ruft... ;D

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo lieber Leser!

Ich möchte dich natürlich wissen lassen, dass die Kommentarfunktion hier gewissermassen eine Diskussionplattform bieten soll.
Um ein grosses Durcheinander zu vermeiden, werden Kommentare zuerst von mir gelesen, und dann freigegeben.
Bitte beziehe dich hauptsächlich auf das kommentierte Thema. Sollten aber dynamische Diskussionen entstehen, wird dies sicherlich nicht gleich gelöscht.

Vermeide aber bitte Einzeiler und nicht Themen-relevante Beiträge.
Für Kritik, Lob und Anregungen bin ich offen und dankbar!

Sascha