Entschuldigung erst einmal für die lange Pause.
Doch fehlende Zeit, harte Wochenenden und mangelnde Lust haben mich den Blog hier etwas vergessen lassen. Mal schauen, ob ich wieder regelmässigere Postings raushauen kann.
In der Zeit vom letzten Eintrag (meine Güte, das war im Juli...) hat sich einiges getan.
Meine Volljährigkeit habe ich erfolgreich überstanden, wohne nun alleine und ansonsten... nunja. Das übliche (Über)Leben.
Der heutige Eintrag handelt von einem Thema, dass mich in letzter Zeit sehr beschäftigt.

Ja, richtig gesehen - Drogen.
Erst einmal zu dem, was ich damit zu tun habe...
Angefangen hat's im August. Da hatte ich quasi noch frisch meine Wohnung, ein Kumpel kam auf ein Wochenende vorbei. Was ich nicht wusste war, dass er Speed (Amphetamin) dabei hatte. Da ich allgemein sehr offen bin für Neues, hab ich natürlich mitgemacht.
Im Endeffekt war ich dann bis um 5 Uhr morgens wach und sah aus wie ein Zombie aus Dawn of the Dead. Zumal wir auf die saublöde Idee kamen, im strömenden Regen nachts um 23 Uhr 1,5 Kilometer zu nem Pub zu laufen.
Seither haben wir das am Wochenende ein paar Mal wiederholt, unter anderem auch mal mit MDMA (auch bekannt als XTC, also Pillen). Nicht dass ich von dem Zeug abhängig wäre - beileibe, das wäre mir zu teuer. Aber um ein Wochenende Party zu machen, ist es ganz geeignet, dabei belasse ich es aber auch. Dafür sind gesundheitliche Risiken zu hoch.
Jedenfalls, durch die ganze Sache tauchte ich natürlich etwas in die "Szene" ein.
Erschreckend ist ja irgendwie, wie leicht sich sowas organisieren lässt. Man gehe nur nach 22 Uhr auf einschlägige Bahnhöfe. Dass dies nicht unbedingt anzuraten ist zwecks Qualität und anderer Gefahren (z.b mit Pestiziden verseuchte Pillen) sollte ja klar sein. Drehscheibe Nummer eins sind da natürlich Raves oder Discos, vorallem im Grossraum Zürich.
Oder man kennt einfach die richtigen Leute.
Dazu kommt, wie viele Menschen konsumieren.
Wieviele Leute kennt ihr, die schon nur kiffen?
Nach eigener Einschätzung nehmen, wie ich mal frech behaupte, bis zu 10% der Schweizer Bevölkerung Drogen - das wären immerhin etwas um 700'000 Konsumenten. Eine genaue Zahl ist natürlich nicht zu eruieren, aber ich denke sowas um diese Zahl dürfte hinkommen. Alleine das stimmt einen doch manchmal nachdenklich - wieso nehmen so viele Menschen Drogen?
Wie der geneigte Leser sicherlich weiss (oder auch nicht), haben Drogen eine sehr lange "Tradition". Alleine Hanf wurde schon von den alten Chinesen, lange bevor überhaupt an einen Jesus gedacht wurde, Hanf als Heilmittel angepflanzt. Mal ganz davon abgesehen dass Hanf ein wichtiger Rohstoff für Papier und Stoff (nein, nicht DER, sondern der für die Kleider) war. Kokain kann sich auch eine lange Historie ansehen lassen, wurde es doch schon von den Ureinwohnern Amerikas gekaut. Die alten Römer mischten sich "Tees" oder Getränke aus wildwachsenden Pflanzen, die berauschend wirkten. Von Alkohol und Nikotin wollen wir mal lieber nicht anfangen.
Drogen haben also eine sehr enge Verknüpfung zum Menschen - oder eher zur Gesellschaft. Und da kommt mein Punkt.
Frech wie ich bin, behaupte ich einfach mal, dass diese Gesellschaft in der jetzigen Form kollabieren würde, wenn es KEINE Drogen gäbe.
Harte Aussage, ja. Aber sind wir mal ganz ehrlich: Bei der ganzen Scheisse, die der Fernseher täglich verstrahlt, dem ganzen Mist der tagtäglich passiert mit irgendwelchen sinnfreien Bauprojekten, Volksinitiativen, Wikileaks und weissichnichtnochwas - wie wäre das sonst ertragbar?
Drogen bieten da einen kleinen "Exit". Ein Fenster. Scheiss auf den Scheiss, quasi. Die Realität, so kalt, dreckig und grausam wie sie nunmal ist, ist einfach mal verflogen für ein paar Stunden oder Tage. Ich glaube, wenn dieses "Fenster" nicht existieren würde, würde man - zumindest ich - durchdrehen. Einige besaufen sich, andere sind drei Tage wach, wieder andere kiffen sich zu und der Rest geifert Angelina Jolies Titten nach.
Wichtig ist einfach der Punkt, dass man der Realität entflieht und sie einfach mal vergisst.
Nun, ich will Drogen hier keinesfalls gut reden.
Weder die legalen, noch die illegalen. Es liegt in jedermannes eigenem Ermessens, was er davon hält und wie er damit umgeht. Es gibt ganz klare Gefahren - Geldstrafen wegen Besitzes sind da eher das kleinere Übel. Watch it.
Zurück zum Thema.
Andererseits ist es eben auch gut, dass man nachher, nach dem Wochenende, wieder in die Realität geworfen wird. Ich für meinen Teil muss am Wochenende abschalten können - das beständige Arbeiten, Lernen und die Konfrontation mit der Realität zehren am psychischen. Zumindest bei mir. Aber nach dem "abschalten" muss man wieder zurück in die Realität. Die Gefahr einer Abhängigkeit, eines Suchtgefühles oder eines "nicht mehr runterkommens" ist zu gross. Insbesondere bei eher labilen Persönlichkeiten. Zumal ich nach so einem Wochenende wieder neue Kraft habe für die anstehende Woche.
Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen, dass der geneigte Leser auf sich aufpassen soll und genau abwägen soll - die Negativseite überwiegt hier eher der Positivseite. Bleibt bei Alkohol. Oder Zigaretten.
Aber auch da - Klasse vor Masse.
Und mit diesen Worten verabschiede ich mich mal.
Bis zum nächsten Mal.
MassenVerdummungsWaffe Fernsehen