Dienstag, 26. Januar 2010

Bist du ein Sklave?

Ich möchte dem geneigten Leser eine simple Frage stellen;

Bist du ein Sklave?
Ich weiss, was jetzt durch die Köpfe schiesst.
Humbug. Das ist doch abgeschafft bis auf die 3. Welt Länder wo eh keine Sau hinsieht. Lachhaft.
Ist es das wirklich?

Überlegen wir doch mal - was macht einen Sklaven aus?
Hierzu möchte ich kurz Wikipedia zitieren.

[...] Die Sklavengesetze regelten die privat- und strafrechtlichen Gesichtspunkte der Sklavenhaltung und des Sklavenhandels; darüber hinaus bestimmten sie auch, welche Rechte den Sklaven zugestanden wurden. In vielen Sklaven haltenden Gesellschaften behielten Sklaven eine gewisse Rechtsfähigkeit und konnten z. B. die Gerichte anrufen oder Eigentum erwirtschaften, das es ihnen eventuell erlaubte, durch Selbstkauf die Freiheit zu erlangen[...]


Hm.
Können wir grösstenteils ja auch.
Wir haben etliche Rechte - aber auch etliche Gesetze.
(Ich werde in einem anderen Eintrag näher auf dieses Quote eingehen)

Per Definition ist ein Sklave auch jemand, der gegen seinen freien Willen etwas tun muss. Ihm wird also etwas aufgezwungen, was er nicht möchte. Aber wenn er nicht spurt, lässt man ihn verrecken - eine grosse Wahl hat er also nicht.
Und jetzt überlege ich mir - arbeiten wir freiwillig?
Gingen wir aus freiem Willen zur Schule? In den Kindergarten?
Können wir wirklich tun, was wir wollen (solange es die Freiheit der Anderen nicht einschränkt)?

Nein.
Wir müssen zur Schule
Wir müssen uns einen Job suchen, arbeiten.
Wir müssen die "Gesellschaft" achten.

Eigentlich sind wir alle Sklaven.
Sklaven des Kapitalismus. Und dieser gibt uns sogar noch das Scheingefühl der "Freiheit".
Die Römer würden unsere Gesellschaft wohl sehr sympathisch finden. Sklaven die denken sie sind frei.

Ich denke die Sklaverei beginnt ab dem Zeitpunkt, wo man in den Kindergarten eintritt (eintreten muss). Das zieht sich dann immer weiter. Als nächste Station kommt die Schule.
Im Kleinkindalter wurde man schon darauf konditioniert auf "den da vorne" zu hören was sich in der Schule weiterzieht. Welches Kind ging schon freiwillig zur Schule? Hätte man die Wahl gehabt, hätten wir wohl keine Schulen mehr. Ich will jetzt nicht zu weit abschweifen, aber Schulen sind unnötig. 60% des "Gelernten" vergisst man nach 2 Jahren eh wieder, das Wenigste kann man brauchen.
Es wird nicht auf Schüler eingegangen, der Lehrplan wird durchgerattert, immer schön rein mit der Infoflut in den Kopf. Und was einen nicht interessiert, behält man sich sowieso nicht lange.
Aber wissen muss man es für diese 9 Jahre dennoch. Ob man nun will oder nicht.
Gegen Ende der Schulzeit "darf" man sich (unter massivem Druck von Eltern und Lehrern) eine Ausbildungsstelle suchen.
Und von da an fängt die Sklaverei erst richtig an.
Denn nun hat man ein Einkommen und die Fangzähne des Kapitalismus lechzen einem nach. Schliesslich muss man ja arbeiten - ohne Arbeit kein Einkommen, ohne Einkommen keine Existenz.
Von da an ist man überhaupt gar nicht mehr frei.
Frei wäre ich, wenn ich sagen könnte "Heute hab ich keine Lust zu arbeiten" oder "Heute steh ich mal erst um 13.00 Uhr auf". Nix ist - zu arbeiten hat man.

Und von überall her wird einem eingetrichert, dass man ohne Arbeit nichts ist. Ohne Arbeit ist man ein Niemand. Ein "Schmarotzer", sozialer "Dreck". Das einzige was in dieser Sklavengesellschaft akzeptabel ist, einen Job zu haben um möglichst viel Mammon anzuhäufen.
Wofür arbeiten wir denn?
Um unsere Existenz in dieser Gesellschaft zu festigen.
Sonst würden wir ja verhungern, verdursten und erfrieren. Ohne Einkommen können wir im ALDI (oder sonstwo) keine mit Chemie vollgepumpten Nahrungsmittel kaufen. Ohne Einkommen können wir keine Wohnung beziehen damit wir nicht erfrieren.
Also müssen wir arbeiten um zu leben.

Jedenfalls wird uns das ständig eingeredet, weil es die Reichen so wollen. Würden wir nicht arbeiten, gäbe es keinen Reichtum, keinen Armut, kein Wirtschaftssystem, keine Ausbeutung.
Was sind wir denn in den Augen der Firmen?
Arbeitskraft.
Keine Menschen, sondern Arbeitskraft.
Ich sehe es schon nur in meinem Betrieb.
Es werden bei uns in den Läden (also das "unterste" und zugleich grösste Glied [Proletariat]) extrem Personalkosten gespart. Weil wir sparen müssen. Zwecks "Wirtschaftlichkeit" und so.
Zeitgleich beziehen die Manager aber Löhne im bis zu fünfstelligen Bereich.

Also, wie erwähnt.
Von überall her wird uns eingetrichert, man muss arbeiten, sonst ist man nix. Man hat sich der Gesellschaft unterzuordnen, basta.
Aber das müssen wir nicht.
Wir könnten wenn wir wollten sofort dieses System beenden, indem wir einfach alle nciht mehr arbeiten und wieder anfangen, uns selbst zu versorgen. Die Natur zu achten. Uns zu achten.
Kapitalismus ist Ausbeutung in jeglicher Form und bringt nur seinen Herren etwas. Die Sklaven werden desillusioniert, desinformiert und unten gehalten mit der angeblichen Freiheit.

Aber wir müssen nicht arbeiten um zu leben.
Man braucht lediglich ein Stück Land um zu leben.
Jeder Mensch kann sich selber versorgen, unabhängig sein. Der Kapitalismus hingegen versklavt uns. Und sein Aufseher ist das Geld. Es lockt uns ständig mit dem Zückerchen, wenn wir brav arbeiten, die Karriereleiter hochsteigen. Andererseits droht es uns ständig - wehe wenn nicht.
Dann bekommst du aber was auf die Schnauze. Man hat gefälligst zu arbeiten und dieses System am Laufen zu halten.

Ich werde sicher noch ein paar Mal auf dieses Thema eingehen, denn es beschäftigt mich schon.
Bis anhin, frage dich selbst;
Bin ich ein Sklave?

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